parent nodes: Kieler_Stadtfeld | Verkoppelungsgesetz

Schlaege

Ein Schlag ist eine zusammenhängende Fläche. Siehe auch Forstwesen.
Koppel ist die Bezeichnung für ein eingefriedigtes Feld.


Landwirthschaftliches Conversations-Lexicon für Praktiker und Laien

Herausgegeben von Dr. Alexander von Lengerke, Prag 1837


Das zweite gangbarste Ackerbausystem, die Koppel- oder Schlagwirthschaft, charakterisiert sich durch einen regelmäßigen Wechsel der Landesbenutzüng zum Fruchtbau und zur Viehweide. Demgemäß werden sämmtliche ackerbare Grundstücke in eine gewisse Menge von Abtheilungen getheilt, welche, wenn sie mit Wallen und lebendigen Hecken eingefriedigt sind, wie namentlich in Holstein, Koppeln, sonst aber, und so überall in Meklenburg, Schlaege genannt werden. Jeder Schlag oder jede Koppel liegt, wie gesagt, gewisse Jahre unterm Pfluge und dient gewisse Jahre zur Weide, woraus erhellt, daß dieses System zwar in der Regel der Wiesen entbehren kann, indessen nothwendig größere Landauftheilung und Freiheit der Landwirthschaft von Grundeigenthumslasten bedingt.
Unter den verschiedenen Arten von Koppelwirthschaften zeichnen sich die holsteinsche, die meklenburgische und märkische aus. Erstere, als die älteste, ist eben so sehr auf Viehzucht als Ackerbau berechnet. Besonders in früher Zeiten ließ man nicht selten drei Fünftheile des Landes zum Graswuchs liegen. Seit Einführung der Mergelung und einer sorgfältigeren Bestellung des Ackers und seit dem der Kleebau dominirt, hat man den Getreidebau mehr begünstigt. Die gewöhnlichste Eintheilung der Hofländereien ist in 10 Schlaege, und zwar 1) Brache; 2) Winterkorn; 3) Gerste; 4) Hafer; 5) Hafer mit Klee; 6) Klee zum Mähen; 7)8)9)10) Weide.